Berge und Neues Land
Berge ziehen mich schon lange an. Ihr vielgestaltiges und raumgreifendes Relief verleiht ihnen Individualität und fasziniert. In meiner Freizeit steige ich gerne auf einen Gipfel und streife durch die wilden Räume dazwischen.
Lichtstimmungen und Wetter, Felssturz und Gletscherrückgang. In dieser Umgebung des stetigen Wandels entdecke ich Neues, finde Ruhe, Abenteuer und Inspiration. Ein wichtiger Raum ohne den ich nicht wäre, was ich bin.
Neues Land
Als Bergsteiger und Geologe kenne ich die Alpen seit drei Jahrzehnten. Als wacher Beobachter nehme ich die Veränderungen wahr. Sicher bin ich nicht der Einzige. Viele kennen die Alpen ebenso gut und nehmen die Veränderungen ebenso wahr. Die Klimaforschung weiss: In hundert Jahren wird es kaum noch Gletscher in den Alpen geben. Die Debatte um den Gletscherrückgang wird von Gefühlen des Verlusts bestimmt.
Seit 2019 kartiere ich das hochalpine Gebiet rund um den Tödi. Oft setzte ich dort meinen Schritt auf Fels, wo vor wenigen Jahren noch Eis war und in der Karte Gletscher eingetragen sind. Mehr als je zuvor wurde mir im Tödigebiet bewusst: Wo Gletscher verschwinden ist nicht einfach nichts, es entsteht Neues Land. Dieses Neue Land ist wild, unfertig und voller Dynamik. Aber wie alles Neugeborene auch verletzlich.
Keine Gletscher in den Alpen bedeutet vor allem: Hunderte Quadratkilometer Neues Land. Es ist mir ein persönliches Anliegen das Neue Land in der Wahrnehmung der Menschen sichtbar zu machen, damit möglichst viele es wertschätzen, schützen, und als die neue Perle der neuen Alpenlandschaft erhalten wollen.
Aktivitäten/Mitgliedschaften/Links
2026:
Vortrag an der HV des SAC Tödi:
Berge ohne Gletscher? - Wie sich die Landschaft im Hochgebirge verändert

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass bis Ende des 21. Jahrhunderts ein grosser Teil der Gletscher der Alpen verschwinden. Damit ändert sich die Landschaft im Hochgebirge und das Bergsteigen in den Alpen. Nach wenigen Folien zum Hintergrund der Prognosen des Gletscherschwunds, erzählt der Vortrag in vielen Bildern aus dem Tödi-Gebiet von den dynamischen Landschaften, die dort sind, wo bis vor Kurzem Gletscher waren. Er wirft damit einen Blick in die Zukunft des Hochgebirges und möchte die Botschaft vermitteln, dass die Veränderungen dort nicht nur Verluste sind, sondern auch Schönes und Einzigartiges hervorzubringen vermögen.
Gerne zeige ich diesen Vortrag auf Anfrage auch in Ihrer Organisation, Ihrem Verein oder Ihrem Programm. Dauer ca. 30 min, Anpassungen sind möglich.
2024:
Idee und Mitorganisation einer Exkursion zum Thema Gletschervorfelder und "Neues Land" im August 2024 im Lötschental:

Für Interessierte: im selben Jahr fand am 26. November 2024 in Zürich die von Aqua Viva organisierte Fachtagung "Quo vadis Gletschervorfelder" statt.
Folgende Organisationen und Initiativen unterstütze ich durch Mitgliedschaft und Tatkraft:
- Mountain Wilderness Schweiz
- Forum Wildnis Schweiz als Mitglied der Begleitgruppe
- Aqua Viva: Organisation für Gewässerschutz
- Allianz für alpine Freiräume
Publikationen
- 2023: Auftritt im Kurzfilm „wireless wilderness“ von Mountain Wilderness Schweiz:
>> zum Film - Ibele, T. & Vogelsang, J.: «Neues Land – Szenen einer Entdeckung» (Kurzgeschichte von Tobias Ibele mit Illustrationen von Johanna Vogelsang), Wildernews 83, Winter 2021, S. 4-6. Hrsg.: Mountain Wilderness Schweiz.
>> zur Kurzgeschichte als PDF - Ibele, T. (2017): Den Fels Begreifen – Zur Geologie von Klettergesteinen. – Berg 2018, Alpenvereinsjahrbuch.
>> zum Artikel als PDF